Archive for the 'Allgemein' Category

1 Jahr Australien als Sehnsuchtsvideo

Besser kann man es wohl nicht zusammenfassen:

Auch über 30 in Australien leben und arbeiten

Der Australien-Blogger beschreibt in einem gerade veröffentlichten Beitrag, wie man es schaffen kann, auch jenseits der 30-Altersgrenze noch völlig legal in Australien leben und arbeiten zu können. Dies ist für all diejenigen interessant, die nicht Hunderttausende in Australien investieren bzw. dort Arbeitsplätze schaffen können – und das dürften wohl die meisten sein …

Empfehlenswert: Geo Epoche über Australien

Obwohl ich eigentlich unterwegs war, im reichhaltigen Angebot unserer Bahnhofszeitschriftenhandlung (langes Wort zum eigentlichen Wochenstart) ein Computermagazin zu erstehen, ist mein Blick auf die neueste Ausgabe der Geo Epoche Australien gefallen. Genauer gesagt handelt es sich um zwei Ausgaben, einmal ohne und mit DVD. Auf letzterer findet sich ein sehr sehenswerter Film, Long Walk Home, der das Schicksal einer Familie in der Zeit der Stolen Generations zeigt. (Einen Roman zu diesem Thema, Sally Morgan’s My Place hatte ich vor einigen Monaten in diesem Blog vorgestellt.) Die zwei Schwestern Molly und Daisy sowie ihre Cousine Gracie werden auf Befehl des “Chief Protector of Aborigines” Auber Neville von ihrer Mutter getrennt und in ein 1000 Kilometer entferntes Erziehungslager gebracht. Der auf einer wahren Geschichte beruhende Film zeigt eindrucksvoll die Flucht der drei Mädchen, von denen zwei es tatsächlich schaffen, geschickt ihren Verfolgern zu entwischen und zu Fuß zu ihrer Familie zurückzukehren.

Abgesehen von dieser Filmbeigabe ist auch der Rest des Magazins äußerst lesenswert. Die Autoren beschreiben in Wort und Bild anschauchlich die Entdeckung und Besiedlung des australischen Kontinents und die Konflikte, die es zwischen den australischen Ureinwohnern und den europäischen Einwanderern gab und die bis heute fortbestehen.

Google Streetview in Australien

Google beglückt ja schon seit geraumer Zeit die Online-Welt damit, merkwürdig anmutende, mit Kameras ausgestattete Autos über die Straßen der Welt fahren zu lassen und die so gewonnenen Fotos auf Google Maps online zu stellen. Streetview nennt sich dieser umstrittene Service. Kritiker wenden zurecht ein, dass damit wieder ein Stück Privatsphäre verschwindet bzw. ins Netz verlagert wird, weil Googles Kameras neben Straßen und Gebäuden zwangsläufig auch Menschen fotografieren und nicht jedes Gesicht von der speziellen Bildsoftware erfasst und ausgeblendet werden kann. Abgesehen davon ist es ein Spaß, morgens mit der ersten Tasse Kaffee des Tages eine kleine virtuelle Spritztour durch Perth beispielsweise zu machen und zu sehen, ob noch alles so da steht, wie man es in Erinnerung hat. Wenn man es drauf anlegt, mal wieder tüchtig auf die Fernwehdrüse zu drücken (und diese dazu noch nicht ausgereicht haben), sollte sich Google Maps einmal ansehen.

Effektives Rauchverbot

Mit rauchfreien Zonen und den entsprechenden Verschleierungstaktiken (wer wusste bis vor einigen Wochen denn wirklich, was ein Raucherclub ist?) hat man nicht nur hierzulande seine Problemchen. Seitdem in NSW im Juli letzten Jahres ein Rauchverbot in Kneipen und Bars erlassen wurde, sind die Einnahmen mit Geldspielautomaten und Ähnlichen letzten März um 19% im Vergleich zum Vorjahr gefallen. Glück im Umglück für die Hoteliers: Es wird mehr gegessen. Mehr im Sydney Morning Herald

Sydney: Hop oder Top?

Wie lebt sich’s eigentlich so in Sydney? Interessanterweise kommen zwei Studien zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Während der Anholt City Brands Index Sydney nun schon zum zweiten Mal auf Platz 1 sieht – hinter London, Paris, Rom und New York – besagt eine Befragung von SMH/Nielsen (The great Sydney exodus), dass 21% aller Sydneysider planen, die Stadt zu verlassen. Gründe dafür seien vor allem das hohe Verkehrsaufkommen und die hohen Lebenshaltungskosten.

Nutzloser Pornofilter

Es hätte so ein großer Erfolg der Howard-Regierung werden können – in den Augen der Howard-Regierung: mit viel Aufwand (das Gesamtbudget für die Aktion NetAlert belief sich auf knapp 190 Millionen Dollar) wurde unter anderem eine Filter-Software erstellt, die Kinder vor pornografischen Inhalten aus dem Internet schützen sollte. Der Versuch floppte in doppelter Hinsicht: zum einen hatten nur gut 140.000 der ursprünglich geplanten 2,5 Millionen Haushalte die gratis erhältliche Software heruntergeladen, zum anderen wurde der Filter kurz nach Erscheinen von einem 16-Jährigen geknackt.

Via SMH

Unbeschwertes Schafleben

SchaftDa denkt man, so ein Schaf hat ein bequemes Leben. Ist man ein Wollschaf, muss man nur fressen und wachsen lassen. Ist man ein Fleischschaf … naja, aber bis zum Kochtopf ist’s doch auch bequem. Meint man. Was ich bis dato nicht wusste, ist, dass australische Bauern ihren Schafen auf bestimmte Weise ein Stück Haut vom Schwanz abschneiden, um damit dem sogenannten “flystrike” vorzubeugen: hier wird so ein Schaf ziemlich unappetitlich von Maden … wollen wir uns das lieber nicht vorstellen. Diese Praxis ist nach dem Erfinder als “mulesing” benannt und bekannt und unter Tierschützern umstritten. Jetzt zieht die Modekette H&M die Konsequenzen und kauft keine australische Wolle mehr, um dieses Vorgehen nicht weiter zu unterstützen. In diesem Zusammenhang kann man nur von Glück reden, dass Bikinis nicht aus Wolle gemacht sind: Australiens Kylie Minogue hatte im letzten Jahr für H&M Bademode präsentiert.

Foto: Flickr (Duchamp)

Kevin Rudds Entschuldigung, deutsche Version

Jetzt habe ich einmal die Zeit gefunden, die heute morgen um 9h australischer Zeit in Canberra verlesene Rede des australischen Premierministers zu übersetzen:

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Heute ehren wir die eingeborenen Völker dieses Landes, die ältesten fortdauernden Kulturen der Menschheitsgeschichte.

Wir denken über ihre Misshandlungen in der Vergangenheit nach.

Besonders denken wir an die Misshandlungen derjenigen der gestohlenen Generationen – dieses dunkle Kapitel in der Geschichte unserer Nation.

Nun ist die Zeit gekommen, eine neue Seite in der australischen Geschichte aufzuschlagen, indem wir die Fehler der Vergangenheit korrigieren und mit Zuversicht unserer Zukunft entgegengehen.

Wir bitten um Entschuldigung für die Gesetze und Methoden früherer Parlamente und Regierungen, die tiefe Trauer und unsagbares Leid über unsere australischen Mitbrüder und Mitschwestern gebracht haben.

Wir bitten besonders dafür um Entschuldigung, dass Kinder der Aboriginals und der Torres Strait Islander ihren Familien, Gemeinschaften und ihrem Land genommen wurden.

Für den Schmerz, das Leiden und die Kränkungen dieser gestohlenen Generationen, ihrer Nachkommen und der hinterlassenen Familien bitten wir um Verzeihung.

Dafür, dass Familien und Gemeinschaften zerstört wurden, bitten wir die Mütter und Väter und die Brüder und Schwestern um Verzeihung.

Schließlich bitten für die Demütigung und Erniedrigung, die einem stolzen Volk und einer stolzen Kultur angetan wurde, um Verzeihung.

Wir, das Parlament Australiens bitten höflich darum, dass diese Entschuldigung in dem Geist verstanden wird, wie sie gemeint ist, als Teil der Genesung unserer Nation.

Für die Zukunft fassen wir uns ein Herz; entschlossen, dass diese neue Seite in der Geschichte unseres großartigen Kontinents geschrieben werden kann.

Wir gehen heute diesen ersten Schritt, indem wir die Vergangenheit anerkennen und eine Zukunft beanspruchen, die alle Australier einbezieht.

Eine Zukunft, in der das Parlament entschlossen ist, dass die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit sich niemals mehr wiederholen dürfen.

Eine Zukunft, in der wir die Entschlossenheit aller Australier, eingeborene und nicht eingeborene, nutzen, um die Lücke zwischen uns bei Lebenserwartung, Ausbildung und wirtschaftlichen Chancen zu schließen,

Eine Zukunft, in der wir die Möglichkeiten neuer Lösungen annehmen, und bestehende Probleme lösen, bei denen alte Lösungswege versagt haben.

Eine Zukunft basierend auf beiderseitigem Respekt, beiderseitiger Entschlossenheit und beiderseitiger Verantwortung.

Eine Zukunft in der alle Australier, ganz gleich wo ihre Wurzeln liegen, wirklich gleiche Partner sind, mit gleichen Chancen und mit gleichem Anteil daran, das nächste Kapitel unseres großartigen Landes, Australien, mitzugestalten.

Flughafen-Bürokratie

Sydney AirportBei aller Exotik Australiens – andere Hemisphäre, völlig andere Tier- und Pflanzenwelt – gibt es doch Dinge, die einen ein wenig an die eigene Heimat erinnern: Für den Flughafen in Sydney gilt ein Nachtflugverbot, Flugzeuge dürfen nur bis 23h starten. Diese durchaus sinnvolle Maßnahme, die den Menschen in den umliegenden Vororten die wohlverdiente Nachtruhe garantiert, wurde kürzlich sehr bürokratisch überinterpretiert. Da sich Abflüge von Jetstar und Virginblue in der letzten Woche wegen schlechten Wetters verzögerten, sodass die 23h-Deadline um einige Minuten hätte überschritten werden müssen, wurden diese Flüge kurzerhand gestrichen und auf den nächsten Morgen verschoben. In einigen Fällen mussten Menschen deswegen draußen vor dem abgeschlossenen Terminalgebäude im Regen campieren, in anderen wurde die ganze Nacht über mehr oder weniger erfolgreich versucht, zumindest Schwangeren und Familien mit Kindern ein Hotelzimmer in der Umgebung gesucht. Die Menschen sind mittlerweile hoffentlich an ihren Zielorten angekommen, mir bleibt nur Kopfschütteln und eine 10-Dollar-Spende für die Amtsschimmelkasse.

Foto: Flickr (elkbuntu)

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