1 Jahr Australien als Sehnsuchtsvideo
Besser kann man es wohl nicht zusammenfassen:
Besser kann man es wohl nicht zusammenfassen:
Kaum ein Film hat das Bild Australiens in der Welt so geprägt wie der Streifen Crocodile Dundee aus dem Jahr 1986. Paul Hogan spielt darin Mick “Crocodile” Dundee, einen Outback-Australier wie man ihn sich vorstellt: naturverbunden, mit einem scheinbar übernatürlich guten Draht zur Tierwelt (man denke beispielsweise an die Szene, in der er einen Wasserbullen hypnotisiert) und der Natur an sich, einem unkomplizierten Umgang mit anderen Menschen, einer gesunden Portion Selbstironie, einem ausgeprängten Hang zu Männerfreundschaften (“Yep, me and God, we’d be mates!”) und natürlich einem breiten australischen Akzent. Die amerikanische Reporterin Sue Charlton sucht ihn in dem kleinen Örtchen Walkabout Creek in den Northern Territories auf, um die Geschichte eines Krokodilangriffs zu recherchieren, dessen Opfer Dundee geworden ist.
Wie sich jedoch herausstellt, war diese Attacke nicht so spektalulär wie Dundees Chef Wally es zuerst Glauben machen will, und auch sonst ist das Buschleben längst nicht so rau wie ursprünglich angenommen. In dieser umkomplizierten Selbstironie liegt auch der besondere Charme des Films, der ein weltweiter Kassenschlager wurde (er spielte mehr als 300 Millionen US-Dollar ein) und der dem Hauptdarsteller 1987 sogar einen Golden Globe einbrachte. Dundee gibt beispielsweise vor, aufgrund des Standes der Sonne die genaue Uhrzeit bestimmen zu können, obwohl er diese vorher auf Wallys Uhr gesehen hatte; er rasiert sich mit einem handelsüblichen Rasierer, wechselt dann aber zur Rasur mit seiner Machete, als Sue näherkommt; er präsentiert seinem Gast ein Abendessen aus Wurzeln und Maden, nur um dann mit der Bemerkung “tastes like shit” eine mitgebrachte Konservendose zu öffnen. Bezeichnend ist auch der Dialog zwischen Sue und dem Aborigine Neville (gespielt vom bekannten Schauspieler Ernie Dingo): N: “Oh no, you can’t take my photograph” – S: “Oh, I’m sorry, you believe it will take your spirit away.” – N:”No, you got lens-cap on it”. Und spätestens als Neville sich verabschiedet und mit dem Satz “OOOOh, God, I hate the bush” gegen einen Baum läuft wird klar, dass auch der Umgang mit dem Thema australische Ureinwohner in diesem Film erfreulich entspannt und selbstironisch ist.
Der narrative Höhepunkt des Films ist Micks Reise nach New York. Hier wirkt er zwar mit seiner Outback-Attitüde etwas deplatziert und exotisch, er meistert aber mit Humor und nicht zuletzt gesundem Menschenverstand auch diese Situation. Und da dieser Film vor allem für den amerkanischen Markt produziert wurde, ist man nicht ernsthaft verwundert, dass sich Sue und Mick ineinander verlieben und sich in der unglaublich kitschigen U-Bahn-Versöhnungsszene zum Schluss in den Armen liegen.
Quellen: IMDB, wikipedia.de, wikipedia.com